Die Bilder von Vera Fles-Schönegge sind von ihrem Entstehungsprozess her wahrzunehmen. Am Beginn des Malens existieren keine konkreten Bildvorstellungen. Beim Arbeiten mit der Farbe - malen, kratzen, schaben, wischen, klecksen usw. - konkretisieren sich aus einem impliziten Repertoir von Zeichen, Strukturen, Figurationen und Farbreizen einige anschauliche Zusammenhänge heraus, die stellenweise geschärft und verdeutlicht oder gedämpft und zurückgedrängt werden und derart eine Bildidee, eine Landschaftsidee hervorrufen, der Vera Fles-Schönegge im weiteren Verlauf folgt oder sie verwirft. Im glücklichen Fall kann der Betrachter bei sensiblem Hinschauen in überraschender Weise eine Landschaft entdecken mit vielen Einzelheiten. Die Erfahrung und das Wissen über Gestaltzusammenhänge machen es ihr möglich, disparate Elemente in der Bildfläche zu gegenständlichen Zusammenhängen zu verknüpfen. Die so "gefundenen" Landschaften entspringen ihrem Fundus von insgesamt schon vorher in aller Welt erfahrenen und gesehenen Landschaften. |